Smart Building

New Work und Digitalisierung: Wie COVID-19 als Brandbeschleuniger unsere Arbeitswelt und Büros verändert

Autor: Armin Anders, Vice President Business Development, EnOcean
Ausgabe 02-2020: alle Artikel online lesen als PDF lesen

Schon vor der Corona-Pandemie stand fest, dass sich die Arbeitswelt verändern wird. Konzepte wie New Work, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsaspekte wurden intensiv diskutiert, Meinungen abgewägt und Studien eingefordert. Und dann kam Corona. Und von heute auf morgen fanden sich etliche Arbeitnehmer weltweit im Homeoffice wieder. Ein gewaltiger Umbruch in der (Büro-)Arbeitswelt, der sonst viele Jahre gedauert hätte, fand innerhalb weniger Tage statt. Damit erweist sich Corona als idealer Nährboden für innovative Arbeitskonzepte, der hilft, Situationen neu zu bewerten und revolutionäre Ideen zuzulassen.

Es mag provokant klingen, aber die Digitalisierung wird helfen, viele Herausforderungen unserer Zeit anzupacken – angefangen bei globalen Megatrends wie Klimawandel, wachsender und alternder Bevölkerung und eben auch bei Bedrohungen unserer Wirtschaft und Gesundheit.

Herrscht künftig gähnende Leere im Büro?

Aktuelle Umfragen zeichnen das klare Bild, dass viele Mitarbeiter die Vorzüge des Homeoffice zu schätzen wissen und sich künftig einen Mix aus Präsenz- und Bürotagen wünschen. Hatten vor Corona gerade mal 12 Prozent aller Büroangestellten Homeoffice genutzt, werden dies zukünftig etwa 50–60 Prozent sein – zu diesen Zahlen kam Eurocres Consulting in einer Studie. Für die Flächenauslastung in Büros hat dies erhebliche Folgen. Ein nicht unerheblicher Leerstand war in vielen Unternehmen auch schon vor Corona Realität – allein durch Urlaub, Krankheit und Geschäftsreisen waren zahlreiche Mitarbeiter regelmäßig abwesend. Viele Geschäftsführungen akzeptierten dies gezwungenermaßen, zu groß erschien der finanzielle und organisatorische Aufwand, solchen Leerständen entgegenzuwirken. Corona fungiert nun jedoch als Trigger, um erhebliche Einsparungen zum Beispiel bei den Räumlichkeiten zu realisieren. Eurocres Consulting erwartet, dass in Deutschland die benötigte Bürofläche um 20 Prozent zurückgehen wird. Es geht aber hierbei nicht nur um eine dem tatsächlichen Bedarf angepasste Flächennutzung, sondern auch um Energieeinsparungen, Reinigungsoptimierung und vor allem eine möglichst fördernde Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter. Die Rede ist von bis zu 15 Prozent Produktivitätssteigerung dank sogenannter Smart Spaces-Lösungen.

EnOcean New Work und Digitalisierung: Wie COVID-19 als Brandbeschleuniger unsere Arbeitswelt und Büros verändert

Shared Desks bei EnOcean

Funkbasierte und sensorgesteuerte Licht und Beschattungssteuerung gehört bereits seit Langem zum Standard in den Büroräumen von EnOcean. Jetzt nutzt EnOcean die Dynamik der Pandemie und führt Shared Desks ein. Mitarbeiter können für bestimmte Räume per App ihre Arbeitsplätze aussuchen und reservieren. In Phase eins hat EnOcean zunächst mehrere Arbeits- und Besprechungsräume ausgewählt. Dort wurde pro Arbeitsplatz ein Tisch-Belegungssensor montiert, der erfasst, ob der Arbeitsplatz belegt ist. Zudem ist an der Decke ein solarbetriebener, infrarotbasierter Aktivitätenzähler montiert, um die Anzahl der besetzten Arbeitsplätze pro Raum zu erfassen. Dieser liefert mithilfe eines cloudbasierten spezifischen Auswertealgorithmus die statistische Anzahl der Personen im Raum mit einer Genauigkeit von über 80 Prozent im Zeitraum der vergangenen 30 Minuten. Dies ist zur Bestimmung des mittleren Besetzungsgrades eines Raumes genau genug, für eine exaktere Personenzählung in Echtzeit eignen sich Einzelplatzsensoren. Für Besprechungsräume wurden die Stühle daher zusätzlich noch mit Vibrationssensoren ausgestattet.

Im Gebäude sind außerdem mehrere Durchgangszähler installiert, um weitere Daten über die Flächennutzung zu sammeln. Die EnOcean-basierten Zähler erfassen mittels einer Infrarot-Lichtschranke die Gesamtzahl von Personen in einem definierten Gebäudebereich und können sogar deren Gehrichtung erkennen. Die Erfassungsgenauigkeit beträgt mehr als 99 Prozent und ist damit so genau wie bei kamerabasierten Systemen, außerdem noch drahtlos und ganz ohne Parametrisierung sehr einfach im Bestand nachzurüsten. Aus den Auswertungen lässt sich zum Beispiel ableiten, wann und in welchem Umfang Gebäudebereiche oder sonstige Flächen genutzt werden.

Abstand halten, aber mit System

In Zeiten der Pandemie lassen sich mit der gleichen Smart Spaces-Lösung die Abstands regeln sensorbasiert umsetzen und dokumentieren. Dies geschieht unter Einhaltung sämtlicher Datenschutzbestimmungen, da keine Kameras zum Einsatz kommen und auch keine personenbezogenen Daten er fasst werden. Zudem kann bei Erreichen einer maximal erlaubten Personenzahl eine Warnung oder Zutrittssperranzeige aktiviert werden.

Die Installation erfolgt zusammen mit verschiedenen Partnern von EnOcean. So liefert T-Systems Multimedia Solutions die Applikation sowie die Visualisierung und übernimmt die Systemintegration. Microsoft stellt die Azure Cloudplattform, Tevolys steuert den Auswertealgorithmus für die EPACAktivitätssensoren zur Anwesenheitszählung in Räumen und ImBuildings ist der Experte für den Personendurchgangszähler.

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Stufe zwei der Shared Desk-Lösung

Neben der Ausweisung von weiteren Shared Desk-Räumen sind in den EnOcean-Büroräumen sukzessive weitere Systemerweiterungen angedacht. Aktuell wird der Belegungsstatus der Toiletten an zwei zentralen Bildschirmen angezeigt. Deren Status soll zukünftig auch von den Mitarbeitern direkt auf ihren Mobiltelefonen abrufbar sein. Energieautarke Heizventile werden vor allem im Winter für mehr Energieeffizienz sorgen, indem sie die Temperaturregelung in den Besprechungsräumen und Einzelbüros intelligent steuern. Letztlich bedeutet die Einführung eines Smart Spaces-Konzepts einen umfassenden Change-Prozess im Unternehmen. Je besser die neuen Arbeitskonzepte und Arbeitswelten nicht nur technisch, sondern auch mit begleitenden HR-Maßnahmen umgesetzt werden, desto schneller profitiert ein Unternehmen von einer effizienteren Flächennutzung und motivierten Beschäftigten. So aufgestellt punktet es nicht nur bei den bestehenden Mitarbeitern, sondern ist auch für die vielumworbenen jungen „High Potentials“ ein attraktiver, moderner und zukunftsorientierter Arbeitgeber.

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Perpetuum ist das Kundenmagazin von EnOcean mit Fokus auf Lösungen und Produkten rund um die Energy Harvesting-Technologie. Sie liefert ressourcenschonend, energieautark und wartungsfrei die Daten für das Internet der Dinge und ermöglicht damit intelligent nutzbare Gebäude, Städte und Industrieanlagen. In den Rubriken Internet of Things, Smart Building, Smart Lighting und Smart Home kommen vor allem die Partner von EnOcean mit ihrer Fachkompetenz zu Wort.

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