Smart Building

LAE: Die Investition wert oder ein „teuer Feuer“?

Autor: Frank Lettmann, Bereichsleiter Planung Elektrotechnik, LAE Engineering GmbH
Ausgabe 02-2022: alle Artikel online lesen als PDF lesen

Deutschland ist schon lange ein Hochenergiepreisland. Die Auswirkungen des Ukrainekriegs treiben die Preise weiter in die Höhe und setzen Unternehmen unter Druck. Modernste Gebäudeautomation, Cloud-basierte Anwendungen und Smart Spaces versprechen enorme Energie- und Kosteneinsparungen. Doch stimmt das? Amortisieren sich Investitions- und Betreiberkosten aufgrund komplexerer Technik tatsächlich? Und für wen lohnen sich welche Effizienztechnologien?

Die Energiepreise sind schon lange auf einem Höchstniveau. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben auch künftig Bestand. Die Energieeffizienz zu steigern, stellt eine große Herausforderung dar, vor allem für energieintensive Industrieunternehmen. Steigende Energiekosten, neue gesetzliche und politische Vorgaben, Wettbewerbsdruck sowie wachsende CSR-Anforderungen (Corporate Social Responsibility) sind einige wichtige Faktoren, die den Druck erhöhen.

Warum wurde bisher nur verhalten investiert?

Neben der Kenntnis um Einsparpotenziale fehlen oft die finanziellen Mittel. Zusätzlich fließen verfügbare Finanzmittel lieber in das Kerngeschäft anstatt in Neuerungen, die Energie sparen und damit gebundenes Kapital freisetzen. Aus der Fülle an Maßnahmen und Technologien die für sich richtigen zu wählen, ist ohne unabhängige Beratung unmöglich. Viel hängt von dem jeweiligen Unternehmen und den vorhandenen Strukturen ab. Ein Dienstleistungsunternehmen hat andere Voraussetzungen und Energiekosten als eine produzierende Firma, Gleiches gilt für die Einsparmöglichkeiten. Diese liegen beim Produktionsbetrieb um ein Vielfaches höher. Häufig wird unterschätzt, wie viel gespart werden kann. Besonders im Industriebereich sind die Möglichkeiten lange nicht erschöpft.

Bisher ließen sich Unternehmen meist von gesetzlichen Vorgaben leiten. So formulieren das Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder auch die DIN EN 15232-1:2017-12 Anforderungen an die Funktionalität und die Regelung der Technik. Die Norm liefert etwa eine strukturierte Liste von Funktionen der Gebäudeautomation und des technischen Managements. Sie beschreibt dabei jedoch nur Mindestanforderungen und bei Weitem nicht das, was technologisch möglich wäre. Das GEG hat die Kriterien für die bauliche Hülle sogar noch einmal gelockert. Wer nur Mindestanforderungen umsetzt, lässt viel Potenzial unberücksichtigt. Daher gilt es nicht nur gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern auch Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen zu übernehmen.

Digitalisierung und KI leisten Beitrag zur Energiewende

Möchten Unternehmen das maximale Potenzial ausschöpfen, spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Ob Gebäude oder industrielle Anlage, hier kommunizieren verschiedenste Komponenten wie zum Beispiel energieautarke Funksensoren miteinander. Bedarfe, Fehler und Zustände werden gemeldet. Sind diese Daten online verfügbar, lassen sich Energiedaten nahezu vollständig erfassen sowie in Echtzeit übertragen und analysieren. Intelligente Systeme zeigen Verbesserungspotenziale auf und geben Feedback zum Nutzerverhalten. Ein effizientes Energiemanagement erlaubt den detaillierten Überblick über Verbrauchsdaten und Betriebszustände. Die fortschreitende Digitalisierung und das Internet of Things (IoT) reduzieren den Aufwand sowie Kosten und bieten den großen Mehrwert von Datentransparenz. Geht man noch einen Schritt weiter und bezieht Künstliche Intelligenz (KI) in die Betrachtung ein, scheinen die Möglichkeiten unendlich.

Wir werden zukünftig KI-Komponenten in allen Stufen der Wertschöpfungskette sehen. Besonders bei Prognosen, Betriebs- und Bestandsoptimierung leisten sie einen großen Beitrag zur Energiewende. So kann KI bei Prognosen genutzt werden, um Produktion und Nachfrage fluktuierender erneuerbarer Energien früher und präziser vorherzusagen. Im Handlungsfeld Betriebsoptimierung hat die Einsatzplanung von Erzeugungsanlagen große Potenziale für den Einsatz von KI. Auch im optimierten Netzbetrieb bietet die Technologie zunehmend Chancen, insbesondere durch die zukünftig stärkere Verbreitung von Sensordaten.

Spätestens jetzt dürfte klar geworden sein: Investitionen in Energieeffizienz lohnen sich – sei es durch ihre jahrelange Nutzungsdauer, moderne Anlagen, eine Cash-neutrale Bilanz oder stark reduzierte CO2-Emissionen. Das unternehmerische Ziel sollte sein, Energieverbräuche langfristig und nachhaltig zu optimieren. Dabei ist ein ganzheitlicher Ansatz entscheidend, der die spezielle Situation des Unternehmens und dessen Produktionsabläufe berücksichtigt.

LAE ist spezialisiert auf die Fachplanung von Gebäuden, Elektroplanung und Industrieautomation. Zur Realisierung setzt LAE in vielen Projekten auf die batterielose Funktechnologie von EnOcean.

www.LAE.eu

Über Perpetuum

Perpetuum ist das Kundenmagazin von EnOcean mit Fokus auf Lösungen und Produkten rund um die Energy Harvesting-Technologie. Sie liefert ressourcenschonend, energieautark und wartungsfrei die Daten für das Internet der Dinge und ermöglicht damit intelligent nutzbare Gebäude, Städte und Industrieanlagen. In den Rubriken Internet of Things, Smart Building, Smart Lighting und Smart Home kommen vor allem die Partner von EnOcean mit ihrer Fachkompetenz zu Wort.

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