Industrie

Stabiles Klima im Werk dank innovativer Sensorik

Autor: Thomas Reimann, Teamleiter Facility Management, Siemens AG
Ausgabe 2022-01: alle Artikel online lesen als PDF lesen

In der Elektronikfertigung des Siemens-Standortes Karlsruhe werden die unterschiedlichsten Baugruppen und Komponenten gefertigt. Das Raumklima in der Produktion ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die kritischen Fertigungsprozesse sowie die klimatischen Bedingungen werden zentral und dezentral überwacht und ausgewertet. Gibt es Abweichungen vom Sollzustand der Umgebungsluft, wird automatisch mit vorhandenen raumlufttechnischen Anlagen gegengesteuert. Sollten diese Maßnahmen nicht reichen, wird die Fertigung im Grenzfall komplett gestoppt. Sonst kommt es zu Fehlproduktionen, und die gilt es unbedingt zu vermeiden.

Essenziell für die Fertigung: ein stabiles Raumklima

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Situationen, in denen Außeneinflüsse und unkontrollierter Eintritt von Außenluft in die Fertigungsflächen das Raumklima so negativ beeinflusst haben, dass es regelmäßig zu Fertigungsausfällen kam. Dafür suchte das Siemens-Team eine Lösung und hat diese mithilfe des EnOcean-Ökosystems entwickelt.

Dazu wurde die Fertigungshalle, die 14.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche umfasst, mit EnOcean ausgeleuchtet. Zum Einsatz kamen hier Gateways und die IP-EnOcean-Bridges EnoDiscs von Deuta Controls. Alle Türen, Rolltore und Notausgänge wurden mit self-powered EnOcean-Kontaktsensoren ausgestattet. Seither werden alle eingehenden Signale und Zustände über die Schnittstellen in der vorhandenen Gebäudeleittechnik zentral gesammelt und in einem MindSphere Dashboard in der Cloud visualisiert. Wird ein Notausgang geöffnet, ein Rolltor oder eine Tür länger als ein definierter Threshhold offengehalten, schlägt das System Alarm und informiert je nach Hallensegment einen hinterlegten Personenkreis via SMS, Push und E-Mail. Diese können dann umgehend den entsprechenden Ausgang prüfen und sicherstellen, dass dieser schnellstmöglich wieder geschlossen wird.

Die Sensorik warnt bei Unachtsamkeiten im menschlichen Verhalten

Mithilfe der EnOcean-Lösung konnte eine durchgängige Sensibilisierung bezüglich der kritischen Abweichungen beim Raumklima sichergestellt werden, was unbedingt erforderlich ist für einen reibungslosen Fertigungsprozess. Denn die meisten Störungen werden durch unbedachte alltägliche Handlungen hervorgerufen: beispielsweise durch das spontane Gespräch unter Kollegen zwischen Tür und Angel, das vergessene Fenster, um schnell noch zu lüften, oder offengehaltene Türen und Tore für Anlieferungen oder Servicemaßnahmen.

Aufgrund des Einsatzes der Sensorik sind auch überraschende Erkenntnisse zutage getreten. Beispielsweise beim Luftdruck: Denn je nach Jahreszeit und klimatischen Bedingungen funktionierten einzelne Türschließer nicht zuverlässig, wie sich jetzt herausgestellt hat. Damit hatte keiner gerechnet. Auch das zeigt die Komplexität der ganzen Thematik. Mit vorher angedachten und geprüften Maßnahmen wäre das nicht aufgefallen und somit auch keine Abhilfe möglich gewesen.

Was bringt die Zukunft?

Die Ausstattung der gesamten Fertigungshalle mit EnOcean eröffnet viele Möglichkeiten. So werden beispielsweise neben den klassischen hochpreisigen kabelgebundenen Temperatursensoren zusätzlich kabellose EnOcean-Sensoren näher am eigentlichen Fertigungsprozess platziert, um weitere Informationen zu erhalten.

Aktuell wird schon die nächste Einsatzmöglichkeit entwickelt. Dabei handelt es sich um die Anbindung von kabellosen Kontaktsensoren an Materialrutschen oder Waagen an Schüttgutbehältern. Das Ziel ist, dass das System selbstständig eine Buchung im SAP auslöst, sobald der Nachschub im Produktionsprozess zur Neige geht und somit die automatische, teilweise sogar schon autonome Nachlieferung aus dem Materiallager triggert.

www.siemens.com/realestate

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