Smart Spaces

Smart Spaces stehen für Energiesenkung, Kostensparen und Gesundheitsvorsorge

Autor: Armin Anders, Vice President Business Development, EnOcean
Ausgabe 02-2022: alle Artikel online lesen als PDF lesen

Erst COVID-19, dann die Energiekrise bedingt durch den Krieg in der Ukraine – in beiden Fällen spielen Gebäude eine zentrale Rolle und stellen Facility Manager, Personalverantwortliche und auch private Immobilienbesitzer vor ungeahnte Herausforderungen. Während der Pandemie ging es zunächst darum, das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz z.B. durch CO2-Messung zu reduzieren. Jetzt stehen Unternehmen vor der Frage, wie sie flexible Arbeitsplatzkonzepte kosteneffizient umsetzen können. In der Energiekrise ist es dagegen von höchster Wichtigkeit, Energie so schnell wie möglich einzusparen. Bekanntlich sind Gebäude für 40 Prozent der globalen CO2-Emissionen und den entsprechenden Energieverbrauch verantwortlich.

20 Prozent weniger Energieverbrauch dank digitalisierter Büroflächen

Kein Wunder, dass die EU am Gebäudebestand ansetzt, um schnelle Einsparerfolge zu erzielen. Bis zum 31. März 2023 sollen EU-weit mindestens 15 Prozent weniger Energie verbraucht werden. Kälter und kürzer duschen allein wird es nicht richten. Was also sind neben dem Verbraucherverhalten die technischen Voraussetzungen, damit Gebäude weniger Energie verbrauchen?

Eigentlich liegt die Lösung dazu auf der Hand. Es gilt, vor allem in den oft schlecht isolierten Bestandsgebäuden Flächen zu digitalisieren und smart zu machen, um die schlimmsten Energieverbraucher zu identifizieren und gegenzusteuern. Verkürzt gesagt braucht es dazu Sensoren, die einen Ist-Stand erfassen, und Gateways oder geeignete WiFi-Access-Points, welche die Sensordaten an eine IoT-basierte HLK-Lösung (Heizung, Lüftung, Klimatechnik) samt smarten Heizkörperstellantrieb weiterleiten. Mit einer intelligenten, selbstlernenden Raumregelung lassen sich typisch 20 Prozent Heizenergie/Jahr einsparen, was rund 7.000 Tonnen/Jahr an CO2 bedeutet.

Interessant sind aktuelle Vergleichsberechnungen zu Amortisierungskosten. Bei den derzeitigen Energiepreisen liegt der ROI (Return on Investment) einer IoT-basierten HLK-Lösung bei rund drei Jahren. Im Vergleich dazu liegt der ROI bei der energetischen Fenstererneuerung bei rund 30 Jahren, also zehnmal so lang. IoT-basierte HLK-Lösungen sind damit absolut zielführend, um schnell und kostengünstig Energie einzusparen. Kommen wir noch einmal auf die Vorgaben der Politik zurück. Seit dem 1. September 2022 werden in Deutschland im Winter Räume in öffentlichen Gebäuden nur noch auf maximal 19 Grad geheizt. Durch Speichern der historischen Daten ist leicht nachweisbar, ob diese Vorgabe eingehalten wurde.  

Mit Desksharing und flexibler Raumbuchung Kosten einsparen

COVID-19 hat die Büroarbeitswelt ordentlich durcheinandergewirbelt. Viele Arbeitnehmer sind glücklich im Homeoffice, andere bevorzugen ein hybrides Arbeitsmodell, das Präsenz- mit Homeoffice-Tagen mischt, und der dritte Teil zieht den regelmäßigen Gang ins Büro vor. Damit hat sich auch die Flächennutzung deutlich verändert – viel weniger Präsenzmitarbeiter stehen einer gleich großen Bürofläche gegenüber.

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Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie mit den unterschiedlichen Interessen umgehen sollen und wie sie ein flexibles und dynamisches Arbeitsplatzmodell umsetzen können. Auch hier bietet die Digitalisierung von Flächen in Form von Smart Spaces-Lösungen einen zielführenden Weg. Energieautarke Funksensoren erfassen anonym und ohne Kamera, ob ein Raum oder Arbeitsplatz besetzt ist. Eine Mitarbeiter-App zeigt auf diesen Daten basierend in Echtzeit an, welche Tische oder Räume aktuell belegt sind. Bei Bedarf kann eine Buchung durchgeführt werden. Sind zum Beispiel Meetingräume gebucht, werden dann aber doch nicht verwendet, gibt die App gemäß der Rückmeldung der Sensoren diese wieder frei.

Eine IoT-basierte Smart Spaces-Lösung bietet aber neben einer Desksharing-Option noch viel mehr Einsichten in die tatsächliche Nutzung der Büroflächen. Es hat sich ja nicht nur die Auslastung, sondern auch der Anspruch an die Flächen geändert. Möglichkeiten zum bedarfsgerechten persönlichen Austausch und zur Zusammenarbeit sowie kleinere Ruheräume zum zeitweilig ungestörten Arbeiten und Telefonieren rücken immer mehr in den Vordergrund. Der feste Arbeitsplatz gehört damit für viele Mitarbeiter zunehmend der Vergangenheit an. Mit den gewonnenen anonymen Belegungsdaten kann die Lösung im Weiteren automatisch analysieren, ob es genügend Meetingräume und Ruheräume gibt, oder welche konstant ausgebucht sind. Oder werden manche Arbeitsplätze gar nicht gebucht? Büromanager können so zielgerichtet analysieren, ob die Räumlichkeiten oder die Ausstattung unzureichend sind.

Auch für Desksharing-Lösungen existieren ROI-Berechnungen, die aufzeigen, dass bereits in wenigen Wochen nach konsequenter Einführung einer sensorbasierten Smart Spaces-Lösung der ROI erreicht ist.

Desksharing bietet enorme finanzielle und ökologische Vorteile, da Unternehmen typisch 25 Prozent der existierenden Arbeitsplätze einsparen können. Die Bürofläche kann verkleinert werden, die Miet- und Heizkosten sinken, es fallen weniger Unterhaltungskosten an.

Für die Beschäftigten verspricht Desksharing nicht nur mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Außerdem kann der Arbeitsplatz den aktuellen Bedürfnissen entsprechend gewählt werden, zum Beispiel, um mit bestimmten Kollegen zu arbeiten oder sich in einen ruhigen Bereich zurückziehen zu können. Außerdem können Unternehmen einfach die modulare Smart Spaces-Lösung um den Faktor Wohlfühlen und Komfort für die Mitarbeiter erweitern und weitere Heizkosten für die verbleibenden Flächen sparen.

Wellbeing am Arbeitsplatz

Der englische Begriff Wellbeing suggeriert vielleicht auf den ersten Blick Luxusmaßnahmen am Arbeitsplatz oder Spa-ähnliche Zustände. Tatsächlich bezieht er sich im Rahmen von Smart Spaces vor allem auf das Raumklima und adressiert einen Fakt: Ist die Luftqualität in einem Raum aufgrund eines zu hohen CO2-Gehalts schlecht, sinkt die Produktivität der Anwesenden. Jeder kennt das Gefühl aufkommender Müdigkeit und mangelnder Konzentration in einem länger dauernden Meeting.

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Funksensoren, die das Raumklima anhand von Parametern wie CO2-Gehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen, sorgen für gute Arbeitsbedingungen und für produktive Mitarbeiter. Eine Studie von Forschern aus Harvard, SUNY und Syracuse hat quantifiziert, dass Teilnehmer, die unter der höchsten CO2-Konzentration arbeiten, bei kognitiven Aufgaben um 50 Prozent schlechter abschneiden als im Szenario mit niedrigen CO2-Werten.3 Gerade in Zeiten von COVID-19 kommt der Luftqualität zudem besondere Aufmerksamkeit zu. Mehr CO2 bedeutet mehr verbrauchte Atemluft im Raum und korreliert mit einer höheren möglichen Viruslast. Ist ein Mitarbeiter weniger krank, bedeutet dies automatisch einen erheblichen Gewinn für das Unternehmen. Mit einem Sensor, der regelmäßig den CO2-Wert misst und Rückmeldung zum Beispiel per Anzeige oder App gibt, können Unternehmen das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz senken. In der Cloud gespeicherte historische Daten zeigen zudem die Arbeitsbedingungen über einen längeren Zeitraum.

Nachhaltigkeit verträgt keine Batterien

Energiesparen, Desksharing und Wellbeing – eine modular aufgebaute Smart Spaces-Lösung verbindet diese drei Bereiche in einem ganzheitlichen Ansatz. Funkbasierte Sensoren ermöglichen in Bestandsgebäuden eine einfache Nachrüstung, da keine Kabel nachgezogen werden müssen. Funk allein löst aber noch nicht alle Probleme. Die Nachhaltigkeit einer solchen Lösung muss bei der Auswahl miteinbezogen werden. Benötigt ein Sensor eine Batterie, zieht dies einen ganz erheblichen Zeitaufwand und Folgekosten durch den Wartungsdienst nach sich. Da Frühausfälle besonders ärgerlich und kostenintensiv sind, tauschen professionelle IoT-Dienstleistungsanbieter alle Systembatterien vorsorglich jedes Jahr, auch wenn diese rein rechnerisch länger halten könnten. Nachhaltige Sensoren arbeiten daher energieautark, sind damit umweltfreundlich und sparen letztendlich viel Zeit und Geld. Mittels Energy Harvesting beziehen sie die benötigte Energie für die Datenerfassung und Funkübertragung direkt aus der unmittelbaren Umgebung, zum Beispiel aus einer kleinen Solarzelle, Temperaturunterschieden oder mit einem mechanischen Druck auf eine Taste.

www.enocean.de

3) https://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/green-office-environments-linked-with-higher-cognitive-function-scores/

Über Perpetuum

Perpetuum ist das Kundenmagazin von EnOcean mit Fokus auf Lösungen und Produkten rund um die Energy Harvesting-Technologie. Sie liefert ressourcenschonend, energieautark und wartungsfrei die Daten für das Internet der Dinge und ermöglicht damit intelligent nutzbare Gebäude, Städte und Industrieanlagen. In den Rubriken Internet of Things, Smart Building, Smart Lighting und Smart Home kommen vor allem die Partner von EnOcean mit ihrer Fachkompetenz zu Wort.

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